Man kann Manfred nur zustimmen: Die Hurtigruten verliert auch nach Jahren nichts von ihrem Reiz. Wer einmal am Nordkap war, kann süchtig danach werden – und zwar zu allen Jahreszeiten.

Es könnte zwar als störend wahrgenommen werden, dass dort der Tourismus so vehement Einzug gehalten hat – vor allem im Sommer – aber andererseits leben viele Menschen in der Region davon, dass andere die Naturschönheiten ihres Landes kennenlernen möchten und dass ihnen dazu die Gelegenheit gegeben wird. Die meisten kommen natürlich in den Sommermonaten, um die Mitternachtssonne zu sehen, die ein unglaubliches Farbenspiel an den Himmel zaubert und sich im tiefblauen Eismeer spiegelt. Die Schieferfelsen nehmen alle Nuancen von Tiefgelb bis Orange an. Im Winter hingegen guckt die Sonne auch am Tage nicht über den Horizont.

Einige Fakten: Das Nordkap liegt nördlich des Polarkreises, darf aber nicht als nördlichster Punkt Europas bzw. des europäischen Festlandes angesehen werden, da es sich auf der Insel Magerøya befindet. Der nördlichste Punkt Europas liegt übrigens auf Franz-Josef-Land im Nordpolarmeer und gehört zu Russland.

Die Hurtigruten-Nordland-Kreuzfahrt ab Bergen hat ihren besonderen Reiz, weil sich der Finnmarken-Kreuzfahrten-Passagier in der regnerischen Hafenstadt ein bisschen wie in frühere Jahrhunderte zurückversetzt fühlt. Schließlich war Bergen einmal so etwas wie ein Außenposten der Hanse – Zeugnis davon legt das Kontorviertel Bryggen ab mit seinen 280 Holzhäusern aus mittelalterlicher Zeit, als die niederdeutschen Kaufleute bereits Expansionsdrang bewiesen. Das gesamte Ensemble steht auf der Liste des Weltkulturerbes der Unesco. Bergen am Byfjord ist mit 220.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Norwegens und angeblich die regenreichste Stadt der Welt.